Fachsimpeln bei Bier und Burgern

Der persönliche Austausch untereinander ist auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besonders wichtig. Jetzt trafen sich u. a. Forscher aus dem Schwerpunktprogramm 2141 „Weitaus mehr als nur Verteidigung: die vielen verschiedenen Funktionen des CRISPR-Cas Systems“ zu einem Workshop zum Thema „TXTL“ im Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Mit dabei: Juliane Behler, Post-Doc an der Universität Freiburg, zusammen mit der Technischen Assistentin Vicky Reimann. Und hier ist ihr persönlicher Bericht:

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Chase L. Beisel, Foto: Hilde Merkert

Mitte Februar war es endlich so weit: Vicky und ich machten uns gemeinsam auf dem Weg nach Würzburg, um an dem TXTL-Workshop teilzunehmen, der von Chase L. Beisel am Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung organisiert wurde. Die Abkürzung „TXTL“ steht hierbei für „Transkription“ („TX“), einem Prozess, bei dem DNA in RNA umgeschrieben wird, und „Translation“ („TL“), ein an die Transkription gekoppelter Prozess, bei dem die RNA in Proteine übersetzt wird. Während des Workshops haben Vicky und ich mit einer speziellen Suspension gearbeitet, die mit Hilfe des Bakteriums E. coli hergestellt wurde und alle Komponenten enthält, die für eine erfolgreiche Transkription und Translation im Reagenzglas notwendig sind.

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Vicky und Juliane, Foto: Science Bridge/Heike Ziegler

Um pünktlich am Montagmorgen beim Workshop zu sein, machten wir uns bereits am Sonntagabend auf den Weg – Freiburg liegt manchmal doch weiter weg von anderen deutschen Städten, als man denkt. Zusätzlich verlief die Zugfahrt auch nicht ganz ohne Turbulenzen, so dass wir für mehr als eine Stunde am Bahnhof des Frankfurter Flughafens strandeten und so außerplanmäßig die Chance bekamen, erst einmal über interessante Urlaubsziele zu diskutieren.

Die Workshop-Teilnehmer waren aus dem Ausland und aus ganz Deutschland angereist, hatten zum Teil keine Laborerfahrung und einen rein bioinformatischen Hintergrund und reichten von Masterstudenten über Doktoranden bis hin zu Post-Doktoranden sowie Technischen Assistenten. Einige Teilnehmer hatten wir bereits auf anderen Konferenzen kennengelernt, so dass die Freude des Wiedersehens erst einmal groß war. Wir wurden in Dreiergruppen eingeteilt und begannen mit den ersten TXTL-Experimenten. Vicky und ich durften mit dem Masterstudenten Uri aus Israel zusammenarbeiten und schnell ergab sich eine gewisse Arbeitsteilung innerhalb der Gruppe, bei der Uri – aufgrund seines bioinformatischen Hintergrunds – alle Computer-basierten Auswertungen übernahm und Vicky und ich uns um die Laborarbeit kümmerten. In dieser Konstellation haben wir dann, mit Ausnahme eines Experiments, unsere TXTL-Experimente erfolgreich absolviert, ausgewertet und vor den anderen Kursteilnehmern präsentiert. Nach einem erfolgreichen Labortag waren alle Kursteilnehmer hungrig und sind gemeinsam in die Stadt zum Abendessen gegangen, wo nochmals reger Austausch über mögliche TXTL Experimente im „eigenen“ Labor stattfand. So verbrachten wir bei Bier und Burgern einen schönen Abend und fachsimpelten über unsere bevorstehenden Experimente, Abschlussarbeiten oder unlösbaren Klonierungsprobleme.

Mit von der Partie in Würzburg war auch Dr. Heike Ziegler, die wissenschaftliche Koordinatorin von Science Bridge, mit der wir schnell ins Gespräch kamen. Besonders interessant empfanden wir ihre Erzählungen von den verschiedenen Veranstaltungen, die sie im Rahmen des Projekts „CRISPR-Whisper“ organisiert und umsetzt. Um ehrlich zu sein, hat das Gespräch mit Heike auch maßgeblich zur Entstehung dieses Artikels beigetragen und ich habe mich direkt auf der Rückfahrt im ICE an den Computer gesetzt und in die Tasten gehauen. Nach drei Labortagen im Würzburger Helmholtz-Institut haben wir einen guten Eindruck gewonnen, welche Experimente mit dem TXTL-System möglich sind, und freuen uns darauf, unseren Kollegen darüber zu berichten. Obwohl die Heimreise glücklicherweise unproblematisch verlief, kamen wir erst spät abends wieder in Freiburg an. Die meisten TXTL-Workshop-Teilnehmer werden wir dann im März beim ersten Meeting des DFG-Schwerpunktprogramms 2141 wiedersehen – ich freue mich drauf!

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