Wie bin ich zur Wissenschaft gekommen?

Mein Name ist Juliane Behler und ich arbeite als Post-Doc im Freiburger Cyanolab in der Arbeitsgruppe von Wolfgang Hess. Dort habe ich zuvor auch schon meine Doktorarbeit über CRISPR-Cas Systeme erfolgreich abgeschlossen. Sowohl während der Doktorarbeit als auch dem Post-Doc habe ich interessierte und motivierte Studenten betreut, die entweder ihre Abschlussarbeit anfertigten oder als sogenannte studentische Hilfskräfte ihr Taschengeld aufbesserten.

Bereits während des Biologie-Leistungskurses am Gymnasium stand für mich fest, dass ich nach dem Abitur auf jeden Fall Biologie studieren möchte. Die Versuche, die Gregor Mendel zur Bestimmung der Vererbung von bestimmten Merkmalen durchgeführt hat, haben mich damals wirklich fasziniert und für mich war klar: Sowas möchte ich später auch mal machen. Im Verlauf meines Biologiestudiums in Tübingen zeigte sich schnell, dass mir die Laborarbeit mit Bakterien und Pipette richtig Spaß macht und so kam ich zu meiner Bachelorarbeit in der Infektionsbiologie, bei der ich zum ersten Mal praktisch mit RNA und RNA abbauenden Enzymen, den sogenannten RNasen, arbeitete.

Für den Masterstudiengang wollte ich mich spezialisieren und habe mich für den Biotechnologie-Studiengang in Straßburg entschieden, weil mich vor allem die Kombination aus Mikrobiologie, Molekularbiologie, Genetik, Bioinformatik und Verfahrenstechnik faszinierte. Außerdem wollte ich auch mal „über den Tellerrand“ blicken, in einem anderen Land studieren und im Optimalfall sogar die Sprache lernen. Da die französische Hochschule besonderen Wert auf Industrieerfahrung legt und ein Firmenpraktikum obligatorisch für den Abschluss ist, habe ich meine Masterarbeit bei New England Biolabs in Ipswich (Massachussetts, USA) angefertigt. Dort habe ich mich mit der Expression von bestimmten Genen beschäftigt und den Grundstein für meine nachfolgende Doktorarbeit gelegt.

Mein heutiger Chef, Wolfgang Hess, hatte einige Jahre zuvor ebenfalls bei New England Biolabs gearbeitet und neben meinen Erfahrungen im Umgang mit RNasen und RNA, fiel ihm dieser Abschnitt in meinem Lebenslauf besonders ins Auge. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, konnte ich im Februar 2015 mit meiner Doktorarbeit zum Thema „CRISPR-Cas-Systeme im Cyanobakterium Synechocystis“ starten. Cyanobakterien sind wissenschaftlich besonders interessant, weil sie innerhalb der Prokaryoten die einzigen Organismen sind, die mittels Lichtenergie Sauerstoff erzeugen können. Diesen Vorgang nennt man auch „oxygene Photosynthese“. Durch oxygene Photosynthese wurde unsere Atmosphäre mit Sauerstoff angereichert, was eine wichtige Voraussetzung dafür war, dass komplexere Lebensformen entstehen konnten. Im Oktober 2018 habe ich erfolgreich meine Doktorarbeit abgeschlossen und weil mich CRISPR-Cas mittlerweile völlig in seinen Bann gezogen hat, arbeite ich als Post-Doc auch weiterhin an CRISPR-Cas, aber mit einer anderen Art von Cyanobakterium.

Natürlich arbeite ich nicht allein an CRISPR-Cas-Systemen in unserem Labor, sondern es gibt noch zwei weitere Kolleginnen, Vicky und Inge, und zwei Studentinnen, die an unterschiedlichen Aspekten von CRISPR-Cas arbeiten. Besonders eng arbeite ich mit Vicky zusammen. Sie nimmt mir beispielsweise viele Klonierungsarbeiten ab und wir verbringen täglich unsere Mittagspause zusammen. Weil wir ungefähr im selben Alter sind und uns einfach gut verstehen, gehen wir regelmäßig gemeinsam zum Unisport oder auch manchmal zum Pubquiz oder einfach nur Essen. Außerdem können Vicky und ich alle Probleme, die im Labor auftreten, besprechen und finden zusammen meist schneller eine Lösung.

Autorin: Juliane Behler

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